Fahnenweihe 1939

Unsere Entstehungsgeschichte

Eine kleine Geschichte die sich zu erzählen lohnt

 

Am 27.Februar 1924 trafen sich 14 Freunde des Jahrganges 1905 anlässlich eines auf Heimatbesuch in Weitmars weilenden Altersgenossen.

Am Ende eines fröhlichen Tages wurde der Beschluss zur Gründung eines Altersgenossenvereins gefasst.

Als Vereinsname standen Vorschläge wie "Waldeslust", "Immergrün", "Vorwärts" und auch "Edelweiß" zur Wahl.

Der Altersgenossenverein „Edelweiss“ war geboren!

 

Am 5. Oktober 1924 wurde bei der Versammlung der Wunsch nach "Zustande bringen einer kleinen Musik“ formuliert.

Nicht weniger als 13 Vereinsmitglieder fühlten sich angesprochen. An Klarinette, Trompete oder Bass war aber noch nicht zu denken. Da aber bereits einige Jugendliche Mandoline und Violine spielten, war ein Mandolinenorchester das angestrebte Ziel. Daraus entstand der Zitterclub Edelweiss.

 

Am 10. März 1925 wurde der Name von „Zitterclub“ auf Musikverein Edelweiss geändert. Im Oktober wurde dann im Gasthaus Krone die erste große Feierlichkeit abgehalten. Bis zum Beginn des Krieges erfolgten Auftritte in Plüderhausen und der näheren Umgebung. Nachdem unsäglichen Krieg war der Wunsch nach Gemeinschaft und Musik ungebrochen. Mit Paul Wilde als Dirigent wurde 1949 der Musikverein wieder aufgebaut.

 

In den ersten Tagen des Novembers 1924 wurden deshalb für 290 Reichsmark 9 nagelneue Instrumente bei einem Musikhaus in Stuttgart angeschafft.

Der Kaufpreis musste von den Musikern selbst aufgebracht werden, was für die damaligen Verhältnisse ein enormer Kraftakt war.

 

Stationen und Dirigenten:

1.Dirigent

Herr Leins aus Waldhausen

Die Proben fanden in den Privatwohnungen der Weitmarser Familien Braun und Leinß statt.

 

10. März 1925

Namensänderung von "Zitterclub" in Musikverein "Edelweiß„

 1. Vorstand wurde wiederum Eugen Braun, Kassier August Leinß und Schriftführer Hermann Hörsch. Im ersten Mitgliederverzeichnis von 1924 waren 14 Mitglieder eingetragen. Die Zahl wuchs im Folgejahr rasch auf 37 Mitglieder an.

 

18. Oktober 1925

Die erste große Feierlichkeit des neu gegründeten Vereins fand in der "Krone" in Weitmars statt. Schon damals führte man neben musikalischen Vorträgen ein Theaterstück auf. Diese Tradition wird mit wenigen Unterbrechungen bis zum heutigen Tag gepflegt.

 

9. Mai 1926 Kauf von Blasinstrumenten

Im April 1926 erhielt der Musikverein "Edelweiß" ein Angebot aus Lorch, 8 Blasinstrumente sowie Notenmaterial des dort aufgelösten Musikverein "Eintracht" zum Gesamtpreis von 538 Reichsmark zu erwerben.

 

Nach der fachlichen Prüfung des Zustandes der Instrumente und der Sicherstellung der Finanzierung, zum Teil über einen Gemeindekredit, erfolgte die Zustimmung zum Instrumentenkauf.

 

Mit Feuereifer ging es unter der Leitung von Herrn Fecht aus Lorch und später von Herrn Bässler aus Schorndorf an das Erlernen der Blasinstrumente

 

1. August 1926

 Erster musikalischer Auftritt und Festzug beim gemeinsam mit dem Gesangverein "Eintracht" geplanten Waldfest nach nur 3 Monaten Unterricht an den Instrumenten.

 

Der Erfolg der Bläser führte zur unmittelbaren Auflösung der bis dahin parallel geführten Mandolinengruppe.
Der erste auswärtige Auftritt fand ebenfalls noch im Jahr 1926 beim Sommerfest des Musikverein Plüderhausen statt.

 

 22. Mai 1927

Gründungsfest des Musikverein "Edelweiß„

 

13. Juli 1931

Teilnahme unter der Leitung von Herrn Bässler beim Preisspiel des Bezirksmusikfestes in Lorch, wo der kleine Verein einen beachtlichen 1a-Preis mit Diplom und Medaille für beste Leistungen erzielte.

 

2. August 1936

 Teilnahme unter der Leitung von Herrn Bässler am Wertungsspiel des Bezirksmusikfestes in Welzheim welches mit der Note "sehr gut" bestritten wurde.

 

Bereits ein Jahr später (1940) machte sich das Kriegsgeschehen in der Kapelle dadurch bemerkbar, dass immer mehr Vereinsmitglieder zur Wehrmacht eingezogen worden sind, worunter die Spielfähigkeit erneut erheblich litt. In der Vereinschronik ließt sich dieses so:


"Langsam aber sicher mussten fast alle Musiker ihr geliebtes Instrument mit dem Gewehr tauschen, um in den unglücklichen Krieg, der zwischenzeitlich tiefes Elend und großes Leid bringt, zu ziehen". Man brachte weiter "die Hoffnung zum Ausdruck, dass alle wieder gesund zu ihrer Kapelle zurückkehren können".

 

So verstummte in Weitmars ab 1941 die Blasmusik. Und wenn je in den Kriegsjahren ein Blasinstrument zu hören war, so war es stets ein trauriger Anlass. 


Millionen gefallener Soldaten, getöteter Zivilisten und Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns waren am Ende des zweiten Weltkriegs zu beklagen. Auch sechs Musiker des Musikvereins "Edelweiß" fanden den Tod und vier weitere Musiker sowie drei passive Mitglieder wurden bei Kriegende vermisst. Somit fiel innerhalb weniger Jahre mehr als die Hälfte der aktiven Kapelle dem sinnlosen Krieg zum Opfer.

 

Etwa einen Monat später nahm die Kapelle mit gerade einmal 18 Mann erstmals nach dem Krieg wieder an einem Wertungsspiel in der Mittelstufe beim Bezirksmusikfest in Schwäbisch Gmünd teil.

Das Ergebnis: Note "gut bis sehr gut".

 

Dieses sollte kein Einzelfall bleiben. 

 

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